Gefahrgutzug Mitte

Der Gefahrgutzug

Die Schwerpunktfeuerwehr Uelzen war und ist immer bemüht, in der Gefahrenabwehr den Erkenntnissen der Zeit Rechnung zu tragen. Für den Fall, dass sich ein Gefahrgutunfall ereignen sollte, hat die Feuerwehr Uelzen umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen, um solche Unfälle zu bekämpfen.
Einsätze hatten jedoch gezeigt, dass der notwendige Aufwand im Bereich von Gefahrguteinsätzen die vorhandene gerätetechnische Ausstattung der Ortsfeuerwehren bei weitem übersteigen würde. Weil im Bereich des Umweltschutzes weitere Aufgaben für die Feuerwehr zu erwarten war, begann man im Jahre 1997 mit der Bildung einer Einsatzgruppe für diese Einsatzbereiche.Die Gefahrgutgruppe der Schwerpunktfeuerwehr Uelzen hat sich zwischenzeitlich bereits mehrfach bei Einsätzen bewährt. So wurden beispielsweise Messungen bei Bränden von Brand- und Zersetzungsgasen durchgeführt, aber auch bei Schadstofffreisetzungen in der Industrie und im Transportbereich, sowie bei der Bergung von Gebinden mit giftigem Inhalt wurden die Einsatzkräfte gefordert. Von einem größeren Schadensfall ist man jedoch bisher verschont geblieben.

Um mit dieser relativ geringen Personalstärke einen Einsatzerfolg sicherzustellen, müssen die Einsatzkräfte auf einen hohen Ausbildungsstand gebracht werden. Qualifizierung heißt besonders für sie, die ihre Aufgabe neben dem normalen Feuerwehrdienst freiwillig versehen, die Devise. Die Ausbildung erfolgt Praxisorientiert, enthält aber selbstverständlich ein Minimum an theoretischem Hintergrundwissen. Das Grundwissen, was im Rahmen dieser Ausbildung vermittelt wird, wird bei der technischen Unterweisung „Gefährliche Stoffe“ auf Landkreisebene sowie an der Landesfeuerwehrschule Celle ergänzt bzw. erweitert.

Die Entstehungsgeschichte der Gefahrgutgruppe

Es war Anfang 1998 als die Gefahrgutgruppe der Schwerpunktwehr Uelzen, nach vielen Überlegungen, ins Leben gerufen wurde. Ständig steigende Einsatzzahlen waren der Hauptgrund, eine eigene Gefahrgutgruppe aufzustellen. Die Gefahrgutgruppe setzt sich aus 12 Kameraden zusammen, die bereits seit der Entstehung der Gruppe über eine seperate DME-Schleife alarmiert werden kann. Der Gefahrgutgruppe steht sehr umfangreiches Gerät mit den entsprechenden Fahrzeugen zur Verfügung, welches eine Ausbildung im normalen Dienstbetrieb unmöglich macht. Mittelerweile haben sich einige Kameraden der Feuerwehr Oldenstadt der Gefahrgutgruppe angeschlossen und verrichten gemeinsam ihren Dienst.
Daher trifft sich die Gefahrgutgruppe getrennt vom „Normaldienst“ alle 14 Tage. All das wird zusätzlich zum „Normaldienst“ geleistet. Diese Ausbildung ist erforderlich um die Bevölkerung, Umwelt und Sachwerte zu schützen. Alles ehrenamtlich 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr

Übungen und Einsätze

Seit der Entstehung der Gefahrgutgruppe im Jahr 1997 steigt die Anzahl der Einsätze für die Gruppe jährlich an. Ohne eine fundierte Aus -und Weiterbildung der Kameraden der Gefahrgutgruppe, sind diese Einsätze in der Stadt Uelzen und im Landkreis nicht zu bewältigen. Im Falle eines solchen Einsatzes, sind einige Kameraden der Feuerwehren der Stadt Uelzen besonders ausgebildet und mit entsprechenden technischen Gerätschaften ausgerüstet. In der Stadt Uelzen haben Kameraden der Schwerpunktfeuerwehr Uelzen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Oldenstadt gemeinsam die Aufgabe übernommen, bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen auszurücken. So soll sicher gestellt werden, dass bis zum Eintreffen von verstärkenden Einsatzkräften des Gefahrgutzug Süd oder Nord bereits Sofortmaßnahmen getroffen werden, die erstens Menschenleben retten oder die weitere Ausbreitung eines gefährlichen Stoffes verhindern könnten. Diese sehr heikle Aufgabenstellung erfordert ein stetiges Üben mit den Geräten, die extra für den Einsatz an gefährlichen Stoffen beschafft worden sind.Die Mitglieder der Gefahrgutgruppe versehen zusätzlich zu den normalen Dienst in der Feuerwehr ihren Dienst in der Gefahrgutgruppe. Neben den theoretischen Unterrichtseinheiten werden auch eine Vielzahl von realistischen Einsatzübungen praktisch durchgeführt, um den besonderen Gefahren entgegen wirken zu können. Dazu gehört das Tragen von so genannten Chemikalienschutzanzügen. Diese sind beständig gegen giftige Gase und ätzende Flüssigkeiten. Sie erlauben den Einsatzkräften arbeiten dort zu verrichten, ohne Gefährdung ihrer Gesundheit, wo der menschliche Organismus sonst großen Schaden nehmen würde. Weiterhin ermöglichen Gerätschaften wie: spezielle Pumpen, Behälter und Überfässer aus säurebeständigem Material das Auffangen, Umfüllen und Umpumpen von Gefahrstoffen. Auch das Aufspüren von Gefahrstoffen gehört zu unseren Aufgaben. So kann z.B. bei einem Großbrand die Konzentration von giftigen Gasen in der Atemluft nachgewiesen werden.

Technische Unterweisung „Gefährliche Stoffe und Güter“

Seit der Einführung der Unterweisung im Jahr 2000 fungieren mindestens drei Kameraden der Gefahrgutgruppe als Kreisausbilder im praktischen und theoretischen Teil mit. Ausbildungsunterlagen und Rahmenbedingungen wurden erstellt und ständig aktualisiert, damit den Kameraden immer die neusten Techniken und Grundlagen vermittelt werden können.
Diese Unterweisung ermöglicht anderen Feuerwehren einen Einblick in den Bereich der Gefahrguteinsätze und ist Bestandteil für den ABC-Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Celle. Weiterhin wird dadurch sichergestellt, dass der Gefahrgutgruppe bei größeren Einsätzen im Landkreis ausgebildete Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Diese Unterweisung führte auch zu der guten Zusammenarbeit mit der Stützpunktfeuerwehr Bad Bodenteich, die in ihrer Samtgemeinde gemeinsam mit den Kameraden der Samtgemeinde Wrestedt den Gefahrgutzug Süd bilden. Der Gefahrgutzug Nord bildet sich aus den Feuerwehren Bad Bevensen, Bienenbüttel, Wriedel und Ebstorf und deckt den nördlichen Landkreis ab.Feuerwehren aus dem Landkreis die im Rahmen der Standortausbildung Interesse an allgemeiner Gefahrgutausbildung haben, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Fahrzeuge und Gerätschaften

Zu den Fahrzeugen, die von Gefahrgutgruppe je nach Einsatz besetzt werden, gehören von Seiten der Schwerpunktfeuerwehr Uelzen:

TLF 16/25 (mit Dräger Multiwarn, Probeentnahmekoffer, Prüfröhrchen)
Gerätewagen (Elro-Ölumfüllpumpe, diverse Bindemittel)
LF 16/12 (3 x CSA, Ex-Warngerät)

Von Seiten des Landkreises stehen:

GW-Mess (diverse Messgeräte, 6 x CSA)
WLF (Wechselladerfahrzeug) mit:
AB-G (Abrollbehälter Gefahrgut) 6 x CSA, diverse Auffangbehälter, Gefahrgutumfüllpumpe
AB-Bindemittel (Abrollbehälter Bindemittel) mit verschiedenen Bindemitteln
AB-Oelwehr (Abrollbehälter Ölwehr) speziell für den Einsatz auf dem ESK (Elbe-Seiten-Kanal) ausgerüstet
Anhänger Hydrovac

zur Verfügung.
Diese speziellen Geräte bedürfen einer ständigen Ausbildung. Wie die Gefahrgutgruppe im Stadtgebiet bzw. im Kreisgebiet ausrückt kann in der Ausrückeordnung nachgelesen werden.

Weitere Informationen oder Einsatzberichte können unter Gefahrgut@feuerwehr-uelzen.de abgerufen werden.