Großaufgebot von Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei bei Personensuche am Elbe-Seitenkanal

Schiffsverkehr kommt zum Erliegen

Bad Bevensen (ffpr). Der Alarm kam gegen 11:10 Uhr. Auf Anforderung der Polizei löste die Leitstelle am gestrigen Freitag (22.07.2016) die Funkmeldeempfänger der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bevensen aus und holte auch gleich die Wehren aus Bienenbüttel und Uelzen zur Unterstützung mit hinzu. Einsatzort: der Elbe-Seitenkanal. Mit einem Großaufgebot beteiligten sich die Feuerwehren und der Rettungsdienst bei der Suche nach einem 87-jährigen Rentner aus der Kurstadt. Der ältere Mann war am frühen Morgen von zuhause aufgebrochen und im Laufe der Vormittagsstunden von Angehörigen bei der Bevenser Polizei als vermisst angezeigt worden. Hinweisen des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Uelzen zufolge konzentrierte sich die Suche auf den Bereich des Kanals. In Höhe der Brücke nach Secklendorf (Landesstraße L232) positionierte sich die Einsatzleitung.

Hier standen ein Rettungswagen nebst Leitender Notärztin sowie der Organisatorische Leiter von der DRK-Bereitschaft Uelzen in Bereitstellung. Auch der Rettungshubschrauber Christoph 19 aus Uelzen kreiste anfangs über dem Kanal, bis er zu einem anderen Notfalleinsatz beidrehen musste. Insgesamt fünf Rettungsboote befanden sich zunächst im Einsatz. Während die Bevenser Feuerwehrleute ihr Boot vor Ort zu Wasser ließen, kamen drei Boote der Feuerwehr Uelzen (Stadt und Landkreis) von Klein Bünstorf und das Boot der Feuerwehr Bienenbüttel von Hohnstorf aus hinzu. Somit konnten rund 20 Kilometer des Elbe-Seitenkanals zwischen Emmendorf und Wulfstorf von Wasser aus abgesucht werden. In Höhe der Kurstadt starteten landseitig weitere Suchtrupps der Feuerwehr zu Fuß und per Fahrzeuge, um die Uferbereiche und anliegende Waldstücke zu durchkämmen.

Auch der Schiffsverkehr war von der Suchaktion betroffen. Denn: Ab zirka 12:15 Uhr wurde der Kanal durch einen Vertreter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Uelzen für die Rettungsmaßnahmen für rund acht Stunden gesperrt. Die Schiffe kamen in den Liegestellen bei Wulfstorf und Bad Bevensen zum Halten. Weitere Verbände wurden später schon in Uelzen und Lüneburg gestoppt.

Nachdem die Feuerwehren aus Bienenbüttel und Uelzen gegen 13:30 Uhr aus dem Einsatz entlassen werden konnten, forderte die Einsatzleitung noch ein Boot der Feuerwehr Lüneburg  mit Sonartechnik (so genanntes Fishfinder) an, das per Drehleiter im Bereich der Brücke der L232 zu Wasser gelassen wurde. Am Abend kam hier aufgrund von Auffälligkeiten schließlich auch eine Tauchergruppe der Feuerwehr aus Lüneburg hinzu, die die Fahrrinne des Kanals absuchte. Ohne Erfolg, sodass die Suchaktion um 20:30 Uhr ergebnislos abgebrochen wurde. Am Montag wird die Wasserschutzpolizei gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen.

 

Mehr als 80 Kräfte der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei waren bei der Suche nach dem Mann im Einsatz. Die Angehörigen des Vermissten wurden durch das DRK, die Notfallseelsorge des Kirchenkreises sowie eine Mitarbeiterin des Landkreises betreut. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Bevensen wurde zudem noch während der Suchaktion in den Nachmittagsstunden zum Fehlalarm durch die Brandmeldeanlage eines Hotels im Lerchenweg abgerufen.

 

Text: Feuerwehr-Pressesprecher Tom Reher (FF Ebstorf)