Flammen, Hitze und kaum Sicht – Stadtfeuerwehr führt Ausbildung im echten Feuer durch

Zum ersten Mal hatten 40 Atemschutzgeräteträger aller 13 Ortsfeuerwehren aus der Hansestadt Uelzen die Möglichkeit an einer ganz besonderen Heißausbildung teilzunehmen.

In einer mit Gas befeuerten Übungsanlage wurde ihnen die Chance gegeben, gleich mehrere Szenarien in der Brandbekämpfung zu üben. Eigens für diese Ausbildung wurde die Firma Firehouse durch die Hansestadt damit beauftragt, eine mobile Heißausbildungsanlage zur Verfügung zu stellen. Hintergrund dieser speziellen Anforderung war der, dass die Ausbildung direkt am heimischen Feuerwehrgerätehaus durchgeführt werden sollte. Aufwendige Logistik für den Transport von Geräten und der Mannschaft fiel somit weg.

Geschäftsführer der Firma Firehouse und auch gleichzeitig einer der beiden Ausbilder Matthias Ecke war ebenso wie der große rote, auf einem LKW-Trailer montierte Übungscontainer schon bei zahlreichen Ausbildungseinsätzen im gesamten Bundesgebiet gewesen. Beim Aufbau der Anlage merkte man schnell die Routine. „Nach so vielen Jahren hat man seine eigenen Tricks und Kniffe drauf. Jedes Mal geht der Auf- und Abbau wieder schneller”, scherzte Ecke und gab trotzdem zu bedenken „Wir können bis zu 650 Grad Celsius aufheizen. Da muss trotz Routine natürlich alles passen und auch die Sicherheitssysteme müssen im Ernstfall greifen. Da kontrolliere ich lieber noch ein zweites Mal, bevor die ersten Einsatzkräfte zum Üben kommen.”

Während die Außentemperaturen am Tag der Ausbildung noch für vereiste Autoscheiben sorgten, pendelten die Temperaturen in der Übungsanlage im Bereich um die 200 Grad Celsius.
Vergleichbar mit einem Ernstfall ist das allerdings nicht ganz. Bei einem Zimmerbrand können weitaus höhere Temperaturen erreicht werden. „Hier geht es nicht darum, die Kameradinnen und Kameraden in den ersten Minuten der Ausbildung mit den ungewohnten hohen Temperaturen zu verunsichern“, sagte Uwe Frobart, zweiter Ausbilder an diesem Tag, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem am sogenannten Hohlstrahlrohr angeleitet hatte. „Wir möchten gerade die unerfahrenen Einsatzkräfte langsam an die Hitze und das echte und für viele auch das erste richtige Feuer heranführen. Es bringt uns nichts, hier Ängste vor dem möglichen Ernstfall zu schüren. Wir vermitteln deshalb ein breites Spektrum an Wissen. Jeder zieht sich hier die Handgriffe und Informationen raus, die er oder sie benötigt. Das schafft Vertrauen in die eigene Ausrüstung und gibt die nötige Sicherheit im Ernstfall“, so Frobart weiter. Bei den jeweils 40-minütigen Durchgängen ging es aber nicht nur um den Einsatz im aufgeheizten Container. Auch das richtige Anziehen der Schutzkleidung, das Handling mit dem Hohlstrahlrohr und die Kommunikation im Löschtrupp standen auf der Agenda und haben den späteren Praxisteil am Feuer um wichtige Bestandteile ergänzt.

André Meiritz, Atemschutzbeauftragter der städtischen Wehren, schloss sich den Worten von Frobart an und zeigte sich begeistert. Er hatte diesen Praxistag gemeinsam mit dem Stadtbrandmeister Jens Kötke auf den Weg gebracht. Beide waren sich einig, die Ausbildung in diesem Bereich noch einmal mehr zu intensivieren.

    


sm