Viele besondere Menschen prägten das vergangene Feuerwehrjahr in Uelzen

Die Schwerpunktfeuerwehr Uelzen zieht auf ihrer Jahreshauptversammlung Bilanz: 282 Einsätze, tausende Ausbildungsstunden und ein deutlicher Schritt in Richtung „Feuerwehr 2.0“. Vor der Drehleiter traten Gäste, Ernannte, Beförderte und Geehrte Kameradinnen und Kameraden für ein Foto an.


Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Schwerpunktfeuerwehr Uelzen blickten die ehrenamtlichen Brandschützerinnen und Brandschützer auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 zurück. Die Einsatzstatistik von Reiner Seidel, Ortsbrandmeister und der Tätigkeitsbericht von Oliver Hanisch, stellvertretender Ortsbrandmeister, verdeutlichte einmal mehr die hohe Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Doch auch abseits von Einsatz- und Übungsdiensten hat sich bei der Wehr im Herzen der Kreisstadt einiges bewegt. So begannen unter anderem die ersten sichtbaren Arbeiten zur Erweiterung der Liegenschaft an den Bartholomäiwiesen. Beim Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate wurden jetzt aber vor allem die Menschen hinter den Uniformen in den Mittelpunkt gerückt.

Hinter jeder Alarmierung stehen Menschen

Reiner Seidel eröffnete die Versammlung als Ortsbrandmeister und Chef der 90 Kameradinnen und Kameraden der Uelzener Schwerpunktfeuerwehr mit eindringlichen Worten. In seinem Bericht über die geleisteten Einsätze sei es ihm ein besonderes Anliegen gewesen, nicht allein Zahlen, Daten und Statistiken darzustellen und zu bewerten. Vielmehr wolle er den Blick auf die Menschen hinter der Arbeit richten – auf diejenigen, die jederzeit bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, für ihre Mitmenschen, für ihre Stadt und füreinander. Auf das Engagement und die geleistete Arbeit könne jede einzelne Einsatzkraft mit Recht stolz sein.

Reiner Seidel leitet als Ortsbrandmeister die Uelzener Schwerpunktfeuerwehr.

Und doch ist es der Blick auf das Zahlenwerk, der ihm Bestätigung gibt: Insgesamt rückte die Schwerpunktfeuerwehr im vergangenen Jahr zu 282 Einsätzen aus. Davon entfielen 181 Alarmierungen auf Brandeinsätze, darunter 73 ausgelöste Brandmeldeanlagen und Heimrauchmelder, sowie 101 Einsätze der Technischen Hilfeleistung. Zwei Übungseinsätze gingen nicht in die Einsatzstatistik ein. Zusätzlich wurden 68 Brandwachen bei Veranstaltungen geleistet. Dabei erhielten die Uelzener Kräfte auch die Unterstützung von den Feuerwehren Holdenstedt und Oldenstadt.

Von der geretteten Katze bis zum Lagerhallenbrand

Zwar verzeichneten die Uelzener Feuerwehrleute rund 40 Einsätze weniger als im Vorjahr 2024, an der Intensität und Herausforderung des Einsatzgeschehens änderte dies jedoch nichts.  Wie Reiner Seidel weiter bilanziert, reichte das Einsatzspektrum 2025 wieder einmal von kleineren Einsätzen wie Sturmschäden, Erkundungsfahrten, Ölspuren oder der mehrmaligen Rettung von Tieren bis hin zu schweren Verkehrsunfällen. Ein besonderes Augenmerk legt Seidel auch auf den Brand einer Lagerhalle in Suderburg, bei dem die Kräfte aus Uelzen über mehrere Stunden hinweg eingebunden waren. Zunächst nur mit der Drehleiter ausgerückt, übernahmen Kameradinnen und Kameraden aus der Schwerpunktfeuerwehr im weiteren Verlauf weitere Funktionen innerhalb des Einsatzgeschehens.

Exemplarisch berichtet Seidel auch von weiteren Einsätzen, bei denen insbesondere Menschenleben gerettet werden konnten, weil Kameradinnen und Kameraden gemeinsam und entschlossen gehandelt haben. Gleichzeitig erinnerte Seidel daran, dass auf der anderen Seite stets Menschen stehen, die Angst haben, sich in Not befinden oder gar in akuter Lebensgefahr schweben. Hinter jeder Alarmierung verberge sich somit auch ein ganz persönliches Schicksal.

Am Rande der Versammlung erklärt er überdies, dass die Wehr auch neuerdings zu Alarmierungen ausrücken würde, die automatisch durch Smartphones ausgelöst werden. Moderne Mobiltelefone würden mithilfe ihrer Sensorik vermeintliche Verkehrsunfälle erkennen und setzen daraufhin automatisch einen Notruf ab, sofern dieser nicht durch die Nutzerinnen oder Nutzer abgebrochen wird. Beispielweise, wenn die Geräte auf dem Fahrzeugdach vergessen werden und bei der Fahrt auf die Straße stürzen, kommen solche Alarmierungen zustande. Beim Jahresrückblick wird klar, dass die Digitalisierung nicht nur auf dieser Seite große Schritte gemacht hat.

Feuerwehr 2.0

Wie Oliver Hanisch berichtet, erfährt die Feuerwehr Uelzen zunehmend Unterstützung durch digitale Einsatzmittel. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden auf mehreren Einsatzfahrzeugen Tablet-PCs verbaut. Mit diesen Geräten halten unter anderem digitale Einsatzpläne, Einsatzleiterschnellauskünfte für Gefahrstoffe sowie Hinweise zu Rettungskarten von Fahrzeugen Einzug in den Einsatzalltag der Feuerwehrleute. Diese Systeme werden auch durch eine Zusatzalarmierung per Smartphone flankiert. Über eine entsprechende Funktion in der App können Feuerwehrangehörige angeben, ob sie zu einem Einsatz ausrücken können oder nicht. Dies ermöglicht es der Einsatzleitung, den Kräftebedarf frühzeitig besser einzuschätzen und bei Bedarf weitere Einheiten nachzualarmieren.

Auch bei der Hydrantenkontrolle wird inzwischen auf die digitalen Verfahren zurückgegriffen, wie Hanisch erläutert und gleichzeitig die Vorteile aufzählt. Papierlisten gehören der Vergangenheit an und festgestellte Mängel am Hydrantennetz können ohne Medienbruch direkt an die zuständigen Versorger weitergeleitet werden.

Oliver Hanisch ist stellvertretender Ortsbrandmeister der Uelzener Schwerpunktfeuerwehr.

Die digitalen Helfer sollen jedoch nicht die einzige Neuerung im Dienstgeschehen bleiben. Bereits im Februar wird ein Gerätewagen Hygiene erwartet. In diesem Fahrzeug erhalten die Atemschutzgeräteträger nach Einsätzen die Möglichkeit, sich zu entkleiden und zu reinigen, ohne gefährliche Verschmutzungen weiterzutragen. Zudem soll ein neues Rettungsboot im März abholbereit sein. Für das kommende Jahr ist darüber hinaus die Auslieferung eines weiteren Gerätewagens vorgesehen.

Ein Jahr durchgehende Ausbildung

Um die neuen digitalen Systeme und Fahrzeuge sicher und praxisnah anwenden zu können, wurden und werden auch weiterhin umfangreiche Ausbildungsstunden investiert. Alle zwei Wochen, in den ungeraden Wochen am Mittwochabend findet zudem der reguläre Ausbildungsdienst statt. Dazwischen üben verschiedene Fachgruppen, in denen Uelzener Kräfte aktiv sind. In seinem Tätigkeitsbericht führt Oliver Hanisch den beeindruckenden Umfang der Aus- und Fortbildungen genau auf.

Insgesamt kamen im Jahr 2025 sage und schreibe 8.259 Ausbildungsstunden zusammen. Umgerechnet entspricht dies 344 Tagen Ausbildung, die von Mitgliedern der Schwerpunktfeuerwehr geleistet wurden. Hinzu kommen 1.002 weitere Stunden beziehungsweise knapp 42 Tage, in denen die Feuerwehrangehörigen als Ausbilder in verschieden Lehrgängen und Fortbildungen tätig waren und ihr Wissen weitergaben.

Auch die Arbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehr in Uelzen zeigt, dass das Engagement bei der Feuerwehr bereits früh beginnt. Insgesamt wurden 5.744 Stunden ehrenamtliche Arbeit erbracht, was 239 Tagen entspricht. Davon entfallen 1.845 Stunden (77 Tage) auf die Kinderfeuerwehr mit 21 Mitgliedern und 3.899 Stunden (162 Tage) auf die Jugendfeuerwehr mit 26 Mitgliedern.

Personelle Veränderungen

  • Björn Wolff übergibt seine Beratende Funktion im Kommando an Jürgen Kaune.
  • Seit September ist Timo Gawol dritter hauptamtlicher Gerätewart der Hansestadt Uelzen. Reiner Seidel setzt ihn außerdem als ehrenamtlichen Gerätewart der Schwerpunktfeuerwehr Uelzen ein.
  • Dieter Ruschenbusch (Regierungsbrandmeister a. D.) wurde mit Erreichen der Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst in die Altersabteilung verabschiedet.

Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen

Ernennung zum Feuerwehrmann / zur Feuerwehrfrau

  • Kilian Dersch
  • Lara Gerlach
  • Mika-Sören Martin
  • Tim-Luca Höbermann

Beförderungen zum Oberfeuerwehrmann

  • Martin Flemke

zum Hauptfeuerwehrmann / zur Hauptfeuerwehrfrau

  • Katharina Ludolphs
  • Lars Spacht
  • Tobias Wöhler
  • Tomasz Sowiecki Brinkop

zum Ersten Hauptfeuerwehrmann

  • Christopher Fehlhaber
  • Fabian Goldbach
  • Florian Fonfara
  • Georg Tzschoppe
  • Henning Jäkel
  • Kevin Schultze
  • Timo Bohn

zum Löschmeister

  • Marcel Meißner

zum Oberlöschmeister

  • Oliver Hahne
  • Philipp Ließmann

zum Hauptlöschmeister

  • Thomas Klopp

zum Oberbrandmeister

  • Sebastian Stark

Ehrungen für 25 Jahre aktiven Dienst

  • Florian Fonfara
  • Tobias Klinger

für 40 Jahre aktiven Dienst

  • Dirk Müller
  • Ingo Lüdeke
  • Sven Beuker

für 50 Jahre Mitgliedschaft

  • Uwe Jäkel

27 weitere Kameradinnen und Kameraden erhielten aufgrund besonderer Leistungen eine persönliche Würdigung überreicht. Sie haben sich durch außergewöhnliches Engagements in verschiedenen Bereichen innerhalb der Feuerwehr Uelzen ausgezeichnet.


sm & cpa